München & Bremen

Unsere ersten beiden Veranstaltungen werden am 20.5. in München und am 22.5. in Bremen stattfinden.

Am 20.5. in München, laden wir gemeinsam mit der Grünen Jugend München und der Linksjugend München ins Büro der Grünen Jugend München (Sendlinger Str. 47) zu einem Vortrag mit Dietrich Schulze-Marmeling ein: ‚der FC Bayern und der Antisemitismus – Vom Aufstieg und der Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur‘. Dietrich Schulze-Marmeling ist Autor des Buches „Der FC Bayern und seine Juden – Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur“, das 2011 von der Deutschen Akademie für Fußballkultur als „Fußballbuch des Jahres“ ausgezeichnet wurde und 2013 in 2. und erweiterter Auflage erschien.

 

In den Jahren der Weimarer Republik gehörte der FC Bayern zur Avantgarde des deutschen Fußballs.

Der bürgerlich-liberale und weltoffene Klub beschäftigte ausländische Trainer, betrieb eine vorzügliche Nachwuchsarbeit, spielte „modernen“ Fußball und war ein Verfechter der Legalisierung des Profisports. Präsident des Klubs war der Jude Kurt Landauer, einer der großen Visionäre im deutschen Fußball der Weimarer Jahre.

1932 wurde der FC Bayern erstmals Deutscher Meister. Aber als einige Monate später die Nationalsozialisten die Macht übernahmen und auch noch die Restbestände einer liberalen Fußballkultur zerschlugen, ging es mit dem Klub bergab.

Kurt Landauer, der Architekt des sportlichen Aufstiegs, musste sein Amt niederlegen. Der österreichisch-ungarische Meistertrainer Richard Dombi, auch er ein Jude, kehrte München und Deutschland den Rücken. Ebenso Nationalspieler und Goalgetter Oskar Rohr, der sich als Profi verdingen wollte, was im nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr möglich war.

Die anschließende „Nazifizierung“ des FC Bayern verlief schleppend und holperig. Die Nazis mochten den Klub nicht. Den Bayern wurde nie vergeben, dass sie vor 1933 ein „Judenclub“ gewesen waren.

Kurt Landauer überlebte den Holocaust in der Schweiz, kehrte nach dem Krieg nach München zurück und wurde noch einmal zum Präsidenten des FC Bayern gewählt.

Mit dem Verfolgten des NS-Regimes an der Spitze, präsentierte sich der Klub nun den Alliierten und der neuen Stadtregierung als glaubwürdiger und zuverlässiger Partner beim Neuaufbau der Demokratie in Deutschland.

Am 22.5. in Bremen, wird Alex Feuerherdt im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions über die Geschichte der Israel Football Association referieren.

Als im Juni 2013 die U21-Europameisterschaft in Israel ausgetragen wurde, war dies der größte sportpolitische Erfolg der Israel Football Association (IFA) überhaupt. Denn nach der Gründung des Verbandes 1948 war die Nationalmannschaft des Landes aufgrund von Boykotten durch arabische Staaten jahrzehntelang zu einer regelrechten Odyssee gezwungen; ihre Qualifikationsspiele musste sie teilweise sogar in Ozeanien austragen. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde die IFA – und mit ihr die israelischen Vereine – endlich als Vollmitglied in den europäischen Fußballverband UEFA aufgenommen.

Wirklich zur Ruhe kam der israelische Fußball dennoch nicht: Immer wieder gibt es im Rahmen von Spielen israelischer Mannschaften massive Störungen, sei es in Form von Boykottforderungen und Demonstrationen „pro-palästinensischer“ Aktivisten, sei es in Form von gewalttätigen antisemitischen Ausschreitungen. Zudem verlegten die UEFA und der Weltfußballverband FIFA die Heimspiele israelischer Teams in Zeiten von Kriegen oft ohne jede Not ins Ausland.

Alex Feuerherdt, freier Publizist und ehemaliger Schiedsrichter aus Köln, wird die Geschichte und Gegenwart des israelischen Fußballs skizzieren und analysieren – und dabei auch einen Blick auf die nicht unerheblichen Differenzen, Rivalitäten und Auseinandersetzungen werfen, die es zwischen den israelischen Klubs und den Fanszenen gibt. Darüber hinaus wird er sich auch ganz sportlichen Fragen widmen: Welcher israelische Verein gewann Titel in gleich drei verschiedenen Ländern? Warum ist der israelische WM-Rekordteilnehmer ein Unparteiischer und kein Spieler? Und wie kam es dazu, dass in Israel Fans einen Klub gründeten und ihn bis in die zweithöchste Liga des Landes führten?

Eine Facebookveranstaltung gibt es natürlich auch noch.

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